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Erweckt von Gott

  • Timon 

Gefangen! Verschleppt! Deportiert in ein fremdes Land durch den Krieg! Jahrzehnte lang hatte das Volk Israel schon im babylonischen Exil verbracht. In dieser Zeit besiegten die Perser die Babylonier und herrschten nun über die im Exil gestrandeten Israeliten. Dann kam das Jahr 538 v. Chr. und wir lesen von einem unfassbaren Ereignis: “…da erweckte der HERR den Geist des Kyrus, des Königs von Persien.” (Esra 1:1). Der Rest ist Geschichte.

Dieses Eingreifen Gottes bringt alles ins Rollen, wonach die Israeliten sich sehnen. Gott bewegt den König von Persien dazu in seinem ganzen Reich ausrufen zu lassen: “Jeder Israelit darf in sein Heimatland zurückkehren”. Und obendrein fordert er alle seine Bürger auf für den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem zu spenden; Gold, Silber, Vieh und sonstige Güter (Esra 1:4). Gott leitet die Geschicke seines Volkes auf erstaunliche Weise.

Die ganze Welt in seiner Hand

Im Buch Esra ist durchweg die Rede davon, wie Gott seine Hand über Situationen hat und Personen bewegt, um sein Volk zu segnen (1,5; 3,11; 5,5; 6,22; 7,6+9; 8,18+22; 10,14). Gott bewegt, erweckt und (im Hebräischen möglich) “irritiert” sogar das Herz des mächtigsten Herrschers der damaligen Welt (Esra 1:1). Es passiert genau das, was in Sprüche 21,1 steht: “Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will.”

Auch in Zeiten, in denen es so aussieht, als würde das Schicksal Vieler in der Hand von einzelnen Herrschern stehen, ist es doch Gott der es wirklich in der Hand hat. Dies führt uns ins Gebet und ermutigt uns auf Gottes Souveränität zu vertrauen.

Auch dich und mich

Als ich diese Verse in Esra las, ging mir zuerst etwas ganz anderes auf: Wenn Gott selbst das Herz eines eisernen Herrschers bewegen kann, wieviel mehr dann meines!? Wieviel mehr kann der allmächtige Gott mir neue Perspektive in festgefahrenen Situationen geben? Wieviel mehr kann er meine kreisenden Gedanken auf ihn richten, mein unruhiges Herz an einen Ort des Friedens führen? Wieviel mehr kann er uns, die wir seinen Geist haben, befähigen, ein Leben der intensiven Verbundenheit mit ihm zu leben?

Gott ruft uns zu einem Leben, das “von ihm erweckt” ist. Jeder Bereich unseres Lebens soll von seinem Leben erfüllt und bestimmt sein (Joh 15,1-11). Das bedeutet nicht, sich mehr abzumühen für ihn, sondern vielmehr alles abzulegen vor ihm. Gerade auch die herannahende Osterzeit können wir nutzen, um Dinge im Gebet “vor dem Kreuz Jesu abzulegen”. Wir sind eingeladen an seine Kraft zu glauben, die das erweckt was bei uns eingeschlafen ist und in Bewegung setzt, wo wir Stillstand erleben.

Sicher hatten die Israeliten nach Jahrzehnten im Exil kaum mehr daran geglaubt, dass sich ihr Schicksal wenden würde. Doch nur ein Weckruf von Gott reichte aus, um alles zu verändern. Auch heute benutzt er Personen und Situationen mit denen wir oft gar nicht rechnen. Glauben wir, “was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.” (Lukas 18,27).

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3 Gedanken zu „Erweckt von Gott“

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